Themenkonstitution im Spiegel der Fachdidaktiken

Der "Rote Faden"

 

Die Frage, welcher Inhalt, wann, auf welche Weise und aus welchem Grund zum Thema des Unterrichts wird und deshalb Schüler wie Lehrer gleichermaßen betrifft, langweilt oder herausfordert, interessiert in allen Fachdidaktiken. Aus diesem Grund haben wir beschlossen hierzu einen Disziplinen- und Universitäten- übergreifenden Forschungszusammenhang auf den Weg zu bringen. Die Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit werden in einer Buchreihe des Schneider Verlags (Hohengehren) veröffentlicht. 

 

 

Kontext: Aktueller Bildungsdiskurs

 

Mit Blick auf die bisher gesammelten Erfahrungen gründet das Herausfordernde und besonders Interessante dieses Forschungszusammenhangs in der Perspektive, dass sich der Prozess der Themenkonstitution sowohl in der Unterrichtspraxis als auch im Zuge der fachdidaktischen Reflexion immer dann als problematisch erweist, wenn die Sachen nicht klar und die pädagogischen Ansprüche hoch sind. Beide Momente scheinen im Zuge der zurückliegenden Schulreformen, in deren Verlauf einerseits der Inhaltskanon stetig erweitert und andererseits die an die Schule und Lehrerschaft herangetragenen erziehlichen Erwartungen und Sozialisationsaufgaben gewachsen sind, immer gewichtiger geworden zu sein.

 

 

Fokus: Die Frage nach dem "Wie" gelingenden Unterrichts

 

Um den an dieser Stelle sichtbar werdenden Zusammenhang zwischen Sachlage und Ziel beleuchten zu können, wird im Zuge des vorliegenden Projekts der pädagogische Horizont der Themenkonstitution im Sinne des Primats der Didaktik gegenüber der Methodik untersucht. Da pädagogisch begründete Methodenentscheidungen den Gegenstand bzw. Inhalt des Unterrichts als solchen konstituieren, gilt das Interesse der vorliegenden Analysen zuallererst der Frage nach dem „Wie“ gelingenden Unterrichts. Diese Frage soll im Lichte verschiedener Traditionslinien, Erfahrungen und Beispiele unterschiedlicher Fachdidaktiken bearbeitet werden, um Facetten einer konstruktiven Didaktik auf den Weg zu bringen. Dies soll vor allem durch die (Re-)konstruktion und Reflexion einschlägiger Modelle unterrichtlicher Wirklichkeiten voran gebracht und (wenn möglich) auch in Heuristiken unterrichtlicher Prozesse überführt werden, um auf dieser Grundlage konkrete Beratungsleistungen für die Inszenierung und Reflexion von Unterricht zu entwerfen.