Unterrichtsforschung im Sport

Im Kontext der empirischen Unterrichtsforschung wird auf der Basis einer qualitativ-entdeckenden Forschungskonzeption der Frage nach den Eckpunkten sportunterrichtlicher Inszenierungen nachgegangen. Das empirische Vorgehen orientiert sich an den Verfahren der interpretativen Unterrichtsforschung und ist ein stückweit mit dem vergleichbar, wie es im Feld der sportdidaktisch ausgerichteten Unterrichtsforschung in der so genannten Kasuistik (vgl. v.a. Scherler 2004) betrieben wird. Wir konzentrieren uns in diesem Forschungszusammenhang allerdings nicht auf unterrichtliche Unglücksfälle, sondern auf die mikrodidaktische (Re-)Konstruktion von Situationen, Szenen und Sequenzen aus dem schulischen Sportunterricht, die im Kontext des normativen Horizonts des Erziehenden Sportunterrichts interpretiert werden. Hieraus werden im Zuge der kritischen Deutung, Prüfung, Diskussion, Kontrastierung und weitergehenden Strukturierung Unterrichtsmodelle entworfen, die in der Schulpraxis in Zusammenarbeit mit Lehrern und anderen Fachkollegen erprobt und evaluiert werden. Auf diese Weise konnten wir während der zurückliegenden Jahre (1998 – 2008) zahlreiche Modelle von gelungenem Sportunterricht für verschiedene Schultypen und -stufen (re-)konstruieren und in einer konstruktiven Didaktik einordnen, die im Sommer 2008 in den beiden ersten Bänden der Schriftenreihe „Forschungs- und Lehrzusammenhang Themenkonstitution“ erschienen ist.