Thema

"Thema" wird hier als pädagogischer Schlüsselbegriff verstanden und verwendet. Der Prozess der Themenkonstitution wird einerseits von pädagogisch zu begründenden Normen und Zielen bestimmt und ist andererseits immer an die Widerstände und Reize besonderer Sachlagen gebunden. Deshalb erweist sich die Themenkonstitution in der Unterrichtspraxis auch immer dann als problematisch, wenn die Sachen nicht klar und die pädagogischen Ansprüche hoch sind. Um den Zusammenhang zwischen diesen beiden Aspekten (Sache & pädagogische Norm) beleuchten zu können, wäre zunächst der pädagogische Horizont der Themenkonstitution zu untersuchen, der im Sinne des Primats der Didaktik gegenüber der Methodik darauf hinausläuft, dass pädagogisch begründete Methodenentscheidungen den Gegenstand bzw. Inhalt des Unterrichts als solchen konstituieren. Klafki (1976) hat den Begriff der Themenkonstitution vor mehr als drei Jahrzehnten in die didaktische Diskussion eingeführt.

 

Klafki (1976)

 

„Indem ein Inhalt oder Gegenstand […] unter einer pädagogischen Zielvorstellung […] ausgewählt wird, wird er zum Thema […]. Im Begriff Thema wird die vollzogene Verbindung der Ziel- mit der Inhalts-Entscheidungsebene zum Ausdruck gebracht.“ (Klafki 1976a, 83).