Prof. Dr. Christiane Meyer

Leibniz Universität Hannover

Wie können Werte im Geographieunterricht thematisiert und bewusst gemacht werden?

 

In den Bildungsstandards des Faches (DGfG 2010) wird als einer von sechs Kompetenzbereichen „Beurteilung/Bewertung“ herausgestellt. Dieser Kompetenzbereich ist selbstverständlich nicht losgelöst von den anderen zu betrachten, da ein fundiertes Urteil auf Fachwissen, das durch Erkenntnis-gewinnende Vorgehensweisen erworben wurde und sich auf Räume auf unterschiedlichen Maßstabsebenen bezieht, basiert. Hierbei ist zudem besonders hervorzuheben, dass ein Urteil unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven gefällt wird, die diskursiv und reflexiv bewusst gemacht werden. Vor dem Hintergrund des Leitziels eines verantwortungsbewussten Handelns stellt die (ethische) Urteilskompetenz die Brücke vom Wissen zum Handeln dar. Jedes Urteil in Entscheidungssituationen bzw. jede Entscheidung in Handlungssituationen ist normbasiert und gründet auf Werthaltungen und Einstellungen. Wie ein Bewusstmachen von Werten erreicht werden kann, soll in diesem Beitrag exemplarisch mittels der virtuellen Begehung eines außerschulischen Standorts im Hinblick auf Friedenssicherung sowie mittels eines Vergleichs mythischer Erzählungen aus unterschiedlichen Kulturräumen beleuchtet werden. Beide Beispiele zielen auf kulturübergreifende Bildungswerte bzw. Wertebildung und betonen Gemeinsamkeiten von Kulturen im Hinblick auf interkulturelles Lernen.