Dr. Beate Schmuck

Technische Universität Dortmund

Kulturanthropologie des Textilen

Der Beitrag möchte Grundzüge einer Fachdidaktik der Kulturanthropologie des Textilen vorstellen. Sie bezieht sich im Fächerkanon der Schulen in NRW auf das Unterrichtsfach Textilgestaltung an Haupt-, Real- und Gesamtschulen und an Schulen mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkten. Zum Spezifikum des Dortmunder Institutes für Kunst und Materielle Kultur gehört darüber hinaus das didaktische Ausloten von Schnittstellen für den Kunstunterricht in der Sekundarstufe II an Gymnasien und Gesamtschulen.

Die Fachdidaktik der Kulturanthropologie des Textilen setzt bei einem genuinen, historisch und gesellschaftlich geprägten Verhältnis des Menschen zur materiellen Kultur des Textilen an. Dieses bezieht sich insbesondere auf Kleidung, auf Körper- Kleidungsbezüge und auf Mode. Fokussiert werden komplexe kulturelle und soziale Identitätskonstruktionen, sowie interkulturelle Kommunikationen, die über vestimentäre Medien ausgetragen werden. Im Kontext der (Post)Moderne beschäftigt sich die Kulturanthropologie des Textilen mit Konsum und epochaltypischen Schlüsselproblemen (Klafki).

Als Bildungsziel intendiert die kulturanthropologisch fundierte Textildidaktik SchülerInnen zu befähigen, als kompetente Akteure in der komplexen Welt materieller Kultur agieren zu können und entsprechende eine adäquate ‚materielle ‚Literarität’ auszubilden. Diese Zielsetzung bedingt handlungs-und projektorientierte, sowie propädeutische methodische Zugänge, die empirisch an textilen Alltagskulturen ansetzen.

Im Hinblick auf spezifische Entwicklungsbedingungen von Pubertät und Adoleszenz und den sozio-kulturellen Ansprüchen von Gender- und Körperkonstruktionen, die über das Medium der Kleidung und des Selbstinszenierens ausgetragen werden, bezieht die kulturanthropologische Textildidaktik diese Fragen als besondere Aspekte einer schülerorientierten Pädagogik explizit ein. Sie gehören zu den didaktischen Kernthemen.

Der Beitrag möchte komplementäre Theorie-Praxisbezüge herstellen und exemplarisch Unterrichtsbeispiele vorstellen.