Dr. Pinar Oguzkan & Dr. Tanya Kaya

Universität Duisburg-Essen

Türkisch

 

 

Sprachförderung der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in der türkischen Sprache in Deutschland ist ein Handlungsfeld eigener Art. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Türkischunterricht in den einzelnen Bundesländern unter verschiedensten Bedingungen und Formen erteilt wird bzw. durch bildungspolitische Entscheidungen einen jeweils unterschiedlichen Stellenwert hat. In der Praxis orientiert sich das Fach Türkisch in der Fremde wesentlich an den didaktischen Strukturen und Prinzipien des Deutsch- und Fremdsprachenunterrichts, gegebenenfalls aber auch an dem Türkischunterricht, wie er in der Türkei erteilt wird. Somit bewegt sich Türkisch im Spannungsfeld zwischen der Erst- und Fremdsprachendidaktik, welche für „einsprachige“ Gruppen und „sprachhomogene“ Umgebungen konzipiert sind.

Die Didaktik der türkischen Sprache für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund steht vor einer doppelten Herausforderung: zum einen die Bereitstellung der wissenschaftlich fundierten Argumente für eine verbesserte Unterrichtsorganisation, die auf individuelle und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit und Interkulturalität zielt, zum anderen eine adressatengerechte Konzipierung des Faches, die zu einer breit gefächerten Kommunikationsfähigkeit sowohl in der türkischen als auch in der deutschen Sprache befähigt. Für die Bewältigung dieser Herausforderungen gehört u.a. die Auseinandersetzung mit der Gewichtung und den Vermittlungsformen der türkischen Kulturgeschichte, der Landeskunde, der Migrationskunde, des Sprachwissens und des Sprachkönnens. Hieraus können Kriterien für geeignete Themenfelder gebildet werden, um die Lehrprozesse mit sinnvollen Inhalten und Aufgaben gezielt, dennoch kreativ und flexibel zu gestalten.