Günther Rebel

Fachhochschule Münster

Tanzpädagogik

Der Tanz ist das gesündeste, kreativste und sozialste Medium menschlicher Kommunikation. Wer miteinander tanzen, singen, musizieren, theaterspielen, Teamsport betreiben kann, kann auch miteinander leben.

Hinter diesen beiden schlichten Sätzen verbergen sich wissenschaftliche Forschungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Bereichen wie z. B.: Kommunikation, Psychologie, Neurophysiologie, Sport und Tanzmedizin, Philosophie u. a. - die Tanz und Bewegung als Ausdrucksmedium wieder- oder neu entdeckt haben. Mit Tanz und Bewegung werden vier miteinander untrennbare Bereiche gefördert. Körper - Gesundheit („Sich regen bringt Segen“). Im Tanz werden ca. 600 Muskeln auf unterschiedlichste Weise trainiert und der Kreislauf, die Sinnesorgane sowie das Nervensystem aktiviert. Unmittelbar damit verbunden sind die Auswirkungen auf die Kognition - die geistige Leistung („Wer sich nicht bewegt bleibt sitzen“). Der doppelte Sinn dieses Wortspiels wird durch neurophysiologische Forschungsergebnisse, in dem Buch: STORCH, CANTIENI, HÜTHER, TSCHACHER (2006, S. 94) „Embodiment“ vorgestellt.

Der „Bewegungskindergarten“, die „Bewegte Schule“ und die vom Deutschen Kulturrat ins Leben gerufene Aktion „Tanz in Schulen“ machen darüber hinaus deutlich, wie wichtig und erfolgreich Bewegungsstunden und bewegter Unterricht geworden sind. Diese Erfahrungen wirken sich positiv auf die Emotionen und die psychische Konstellation von Lehrern und Schülern aus (“Der Körper ist der Spiegel der Seele“). Dieses Christian Morgenstern – Zitat, mit allen inhaltlichen Konsequenzen, hat wiederum Auswirkung auf die Soziabilität, das Miteinander von Gruppen. Aus aller Welt gibt es dafür positive Beispiele: HipHop-Battles, Folklore-Treffen, Tanztheaterprojekte („Ryth´m is It“) bis hin zum weltumspannenden CID-UNESCO Welttanzkongress. Erfahrungen, die Pädagoginnen und Pädagogen - die in ihren Arbeitsfeldern Bewegung einbeziehen – täglich machen. Albert Einsteins Worte: „Denn das Wertvollste im Leben ist die Entfaltung der Persönlichkeit und ihrer schöpferischen Kräfte“ finden auf diese Weise ihre konkrete Umsetzung.

Auf diesem, von der Bildungspolitik lange Jahre vernachlässigtem Sektor, mangelt es an qualifizierten Fachkräften und an Aus- und Weiterbildung. Der folgende Beitrag wird Abhandlungen zu den Themen I. Tanzpädagogik (Grundlagen der Bewegungs- und Tanzpädagogik) sowie Tanz und Kommunikation (Theorie: Erweitertes “Berliner Modell“ für Tanz; Projektmodelle; weiterführende Tipps; Adressen; Literatur; Evaluation) beinhalten.